Aktion kritischer Schüler_innen Oberösterreich


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FPÖ-Abgeordneter interveniert: Vortrag in Schule abgebrochen

10. März 2017

Linz (OTS) – Am 8. März musste ein Vortrag im BORG Linz zum Thema „extremistische Herausforderungen in Österreich“ von Thomas Rammerstorfer, einem renommierten Rechtsextremismus-Experten und Buchautor, abrupt beendet werden. Ein Schüler informierte, ohne sich vor dem Vortragenden sein Missfallen anmerken zu lassen, seinen Vater, der im Nationalrat für die FPÖ sitzt, darüber, dass Rammerstorfer linke Ideologien verbreiten würde und gegen die FPÖ und Burschenschaften, in denen Vater und Sohn Mitglied sind, hetze. Der Vater setzte sich daraufhin mit dem Landesschulratspräsidenten in Verbindung der den Direktor kontaktierte, welcher daraufhin den Vortrag zum Schutz der Lehrkräfte abbrechen ließ, da diesen vom Vater gedroht wurde.

Jugendorganisationen orten Skandal

„Der eigentliche Skandal des Vorfalls liegt darin, dass ein Politiker von außen in die Bildungsinhalte einer Schule einzugreifen versucht und damit auch noch Erfolg hat!“, protestiert Susann Scheftner Schülerin des BORG und politische Sekretärin der Aktion Kritischer Schüler_innen Linz, gegen die Unterbindung des Vortrags.

„Geht es nach der FPÖ, sollen kritische Lehrinhalte wohl gänzlich aus der Schule verbannt werden. Das hat den fahlen Beigeschmack von Zensur“, ergänzt Marie Jaeger von der Kommunistischen Jugend Oberösterreich. „Sobald der FPÖ etwas nicht passt, verbietet sie scheinbar andere Meinungen! Das ist antidemokratisch!“, so Hannah Raab-Wenzel, Sprecherin der Jungen Grünen Linz.

Von Schülerinnen und Schülern, die an dem Vortrag teilnahmen, wurde starker Protest am Rauswurf geübt, diese Kritik wurde auch im anschließenden Unterricht kundgetan. Auch die Aktion kritischer Schüler_innen Linz und Oberösterreich, die Sozialistische Jugend Linz und Oberösterreich, die Jungen Grünen Linz und die Kommunistische Jugend Oberösterreich sind über die Ausladung des Vortragenden mehr als empört und fordern die Schulleitung um Aufklärung auf. Ein direkter Eingriff dieser Art kann als Machtmissbrauch und Eingriff in die Schule als unabhängige Bildungsinstitution gesehen werden und ist nicht im Interesse der SchülerInnenschaft sondern im individuellen Interesse des Nationalrates.