Aktion kritischer Schüler_innen Oberösterreich


Passt du ins Bild?

1. März 2016

Wer passt schon in das Bild, das uns von der Gesellschaft vorgegeben wird? Gerade was unsere Sexualität und Identität angeht, wird uns immer wieder vermittelt, was „normal“ ist, wie wir zu sein haben. Doch kein Mensch ist wie der andere! Mit dieser Kampagne wollen wir zeigen, dass uns niemand vorschreiben sollte, wie wir zu sein haben. In unserem Bild sollen alle Platz haben, wie sie sind und wen sie lieben.

Dieses Wochenende startete die AKS ihre Kampagne „Passt du ins Bild?“. Bei dieser Kampagne geht es uns darum, Bewusstsein zu schaffen, wie vielfältig Sexualitäten und Identitäten sind. Wir finden, im 21. Jahrhundert ist es nun wirklich Zeit, dass alle Menschen so sein können, wie sie sich fühlen. Dass niemand diskriminiert wird, weil er_sie vielleicht nicht der heterosexuellen Norm entspricht und dass man generell offen über die eigene Sexualität und Identität reden kann.

Homo, Hetero, Bi oder ganz was anderes?

Heterosexualität wird in unserer Gesellschaft noch immer als die „Normalität“ angesehen. Weicht jemand von dieser ab, so muss sich diese Person erst einmal outen. Schwule, Lesben und Bisexuelle müssen damit kämpfen, dass ihre Sexualität als etwas von der Norm abweichendes ist, werden beschimpft, belächelt oder schlimmeres. Daneben gibt es noch viele weitere Formen der Sexualität, die sosehr ins Abseits gedrängt werden, dass viele die Bezeichnungen dafür gar nicht kennen. Wir finden, dass es keine normale Sexualität geben darf. Denn wie eine Person begehrt, kann nie richtig oder falsch, normal oder nicht normal sein, sondern ist immer einzigartig, berechtigt und gleichwertig.

Schon bei unserer Geburt wird versucht uns in zwei Gruppen einzuteilen: Buben und Mädchen. Diese Einteilung bestimmt unser ganzes späteres Leben, weil sie uns gewisse Merkmale zuschreibt. Das beginnt bei ganz einfachen Dingen wie der Kleidungsfarbe und den Spielzeugen, und führt bis zu Zuschreibungen von Charaktereigenschaften. Warum brauchen wir überhaupt diese Zuschreibungen? Mein biologisches Geschlecht sollte nicht bestimmen, ob ich gerne Fußball spiele oder nicht, ob ich besonders einfühlsam oder gut in Mathe bin.

Auch bei der Definition der eigenen Identität gibt es nicht einfach Mann und Frau, sondern viel mehr. Zum Beispiel kann jemand mit den biologischen Merkmalen eines Mannes geboren sein, sich aber als Frau fühlen. Man kann sich auch beispielsweise weder als Mann noch als Frau fühlen, weil keine der zwei Zuschreibungen zu einer Person passt. Die Vielfalt von Identitäten ist so groß wie die Vielfalt von Menschen. Wichtig ist auch hier, dass jede Identität ihre eigene Berechtigung hat.

Alles beginnt in der Schule

Wie bei allen gesellschaftlichen Themen muss schon in der Schule damit begonnen werden, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Denn besonders Jugendliche, die vielleicht gerade ihre Sexualität entdecken und sich mit der eigenen Identität beschäftigen, brauchen in der Schule den Raum, in dem umfassend über alle Formen von Sexualität und Identität gesprochen und aufgeklärt wird. Dabei muss der Fokus darauf gelegt werden, allen Schüler_innen die Möglichkeit zu bieten, offen Fragen zu stellen und dabei ernst genommen zu werden, ohne dabei belächelt oder verurteilt zu werden.

Klingt spannend? Meld dich bei uns!

Wenn du selbst findest, dass offener über Sexualität und Identität gesprochen werden sollte, dann können wir gerne in deiner Schule Schulworkshops zu diesem Thema veranstalten. In diesen wird mit gleichaltrigen auf Augenhöhe geredet, die Vielfältigkeit der Thematik aufgezeigt und in einem Safe Space über mögliche Unsicherheiten geredet.